An die Generaldirektion des ORF, Ingrid Thurher und Clemens Pig,
den Stiftungs- und den Publikumsrat des ORF, den Medienminister Andreas Babler und die Medien
Anlässlich der Neubestellung des ORF-Generaldirektors, der Arbeit an der ORF-Reform und der Neuausrichtung der Medienförderung erinnert die IG Autorinnen Autoren an ihre seit Jahren bestehenden und bis heute entweder überhaupt nicht oder nur pro forma eingelösten Forderungen. In der Bewerbungsphase haben so gut wie alle Kandidat/inn/en für die Funktion des Generaldirektors den public value, den Mehrwert und Nutzen des ORF in sozialer, kultureller und demokratischer Hinsicht betont, es wurde somit eine Bestellung zur stärkeren Ausrichtung des ORF in dieser Hinsicht vorgenommen. Das sind erfreuliche Voraussetzungen.
Wir erwarten uns daher
Vom Gesetzgeber:
• Aufwertung des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF
• Entpolitisierung der Gremen des ORF, Erweiterung der Unvereinbarkeitsregeln
• Ausreichende Finanzierung des ORF
• Qualitative Ausrichtung der Medienförderung unter Einbeziehung nicht-kommerzieller Medien
Vom neuen Generaldirektor des ORF:
Programm
• Personelle und budgetäre Aufstockung von Ö1
• Personelle und budgetäre Stärkung der Aktuellen Kultur in HF und TV, vor allem der eigenproduzierten Kulturberichterstattung
• Ausbau des Kulturmontags
• Wiederaufbau und Ausbau eigenproduzierter Kunst-, Kultur- und Literaturprogramme und der Kunst-, Kultur- und Literaturredaktionen in den ORF-Landessstudios
• Wiedereinführung einer fixen TV-Büchersendung in den Vollprogrammen des ORF
• ORF III muss der versprochene Informations- und Kultursender werden
• Nachprüfung des Verbleibs der Inhalte von Topos und gegebenenfalls Nachjustierung
Organisatorisch
• Transparente und detaillierte Veröffentlichung des Kulturbudgets
• Ausbau und strategische Aufwertung der digitalen Kulturvermittlung auf ORF ON
• Bestandsgarantien für das Radiokulturhaus, das RadioCafe im ORF RadioKulturhaus und die im ehemaligen Funkhaus verbliebenen Einrichtungen des ORF, inkl. Standort Landesstudio Wien, RSO und für die Programmproduktion
• Einmal jährlich direkten Austausch zwischen dem ORF und Kunst- und Kulturvertretungen sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene
Vertrags- und Honorarsituation
• Verhandlungsbereitschaft über Verträge und Tarife des ORF mit der IG Autorinnen Autoren als urheberrechtsgesetzlich beruflich repräsentativer Vertretung der österreichischen Autor/innen und ihrer Verbände
• Wiedereinführung und öffentliche Bekanntmachung des ORF-Mindesthonorarkatalogs, der in allen seinen Sendern Gültigkeit haben muss.
IG Autorinnen Autoren
Wien, 12.6.2026