Wir fordern die sofortige Rücknahme dieser Entscheidung
Heimlich, still und leise, ohne dass es sofort auffallen musste, wurde die Kultur im Morgenjournal und in Leporello um die Hälfte gekürzt, statt bisher jeweils 2 Kulturbeiträgen enthalten beide Sendungen nur noch jeweils einen Beitrag. Das bedeutet, es werden im Jahr um 600 Kulturbeiträge weniger gesendet. Weiters wurde die Sendezeit des Kulturmontags um 5 Minuten reduziert, 5 Minuten, die beispielsweise bedeuten, es kann ein Buch vorgestellt werden oder nicht.
Es geht dabei ausdrücklich um keine Sparmaßnahmen, sondern es soll das Programm freigehalten werden für vielleicht aktuellere Ereignisse oder auch für etwas anderes, so als gäbe es nicht genug über das aktuelle Kulturgeschehen zu berichten. Kurzum, es handelt sich um eine unverfrorene Rückstufung der Bedeutung der Kultur, um einen Ausschluss der aktuellen Kultur aus dem aktuellen Geschehen so lange, bis die Kultur als Randerscheinung der Berichterstattung aus der Wahrnehmung verschwindet.
Wie immer das der ORF auch rechtfertigen mag, es ist ein eindeutiger Kulturabbau ohne Not, der vielleicht einem kommenden noch größeren Personalabbau in der Kultur dient, weil so viele Kulturmitarbeiter/innen bei einer Halbierung der fix vorgesehenen Programmpunkte eine Überbelegung darstellen.
Und das alles geschieht angeblich nicht einmal, weil gespart werden muss. Was passiert erst dann, wenn dieser Fall eintritt? Wir stellen fest, den ORF interessiert die Kultur einfach nicht. Sie hat ihn aber zu interessieren, weil der Bildungs- und Kulturauftrag eine Kernaufgabe des ORF darstellt.
Wir fordern daher die sofortige Zurücknahme der Halbierung der Kulturbeiträge im Morgenjournal und bei Leporello sowie der Verkürzung der Sendezeit des Kulturmontags.
Wir fordern weiters:
1. die personelle und budgetäre Aufstockung von Ö1,
2. die personelle und budgetäre Stärkung der Aktuellen Kultur in HF und TV, vor allem der eigenproduzierten Kulturberichterstattung,
3. die Wiedereinführung einer fixen TV-Büchersendung in den Vollprogrammen des ORF,
4. den Ausbau des Kulturmontags,
5. den Wiederaufbau und Ausbau eigenproduzierter Kunst-, Kultur- und Literaturprogramme und der Kunst-, Kultur- und Literaturredaktionen in den ORF-Landesstudios und
6. die Verwirklichung von ORF III als Informations- und Kultursender (die Kultur in ORF III zu stärken und nicht dort der Kultur das Geld und/oder den Raum zu entziehen).
IG Autorinnen Autoren
Wien, im Juli 2026
Unterzeichner/innen: Personen (Stand: 8.7.2026)
Unterzeichner/innen: Einrichtungen (Stand: 8.7.2026)